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Zähl mit beim Zensus 2022; Mit der „Volkszählung“ der Weihnachtsgeschichte hat der Zensus nur wenig gemeinsam

05.01.2022

Zähl mit beim Zensus 2022; Mit der „Volkszählung“ der Weihnachtsgeschichte hat der Zensus nur wenig gemeinsam

Dingolfing-Landau. An Heiligabend war es wieder so weit: Die Weihnachtsgeschichte wurde in den Gottesdiensten vorgelesen. So erfahren wir auch, wie die erste Volkszählung ablief. Jeder musste sich an dem Ort registrieren lassen, an dem er geboren wurde. Das ist heute nicht mehr so. Zum Glück, denn wer von uns lebt schon an seinem Geburtsort? Dafür gibt es aber heutzutage den Zensus, der 2022 wieder stattfindet.  Die zehn wichtigsten Fragen rund um den Zensus werden hier beantwortet. 

Warum gibt es denn heutzutage noch eine Volkszählung, wo doch alle Daten digital erfasst werden?  

Anlass für die Volkszählung am 15. Mai 2022, die offiziell Zensus 2022 heißt, ist eine EU-Verordnung, die Volks- und Wohnungszählungen im Abstand von zehn Jahren vorschreibt. Natürlich gibt es zum Beispiel in den Verwaltungsregistern der Einwohnermeldeämter und der Grundbuchämter viele Daten. Mit dem Zensus 2022 soll allerdings überprüft werden, ob diese stimmen. Bei der Volkszählung geht es aber um viel mehr als nur um reine Zahlen. Es wird ermittelt, wie die Menschen wohnen, leben und arbeiten. So liefert der Zensus auch wichtige Planungszahlen für Politik, Wirtschaft und Gesellschaft: Gibt es genügend Wohnraum? Wo werden Kindergärten und Schulen, wo eher Altenheime benötigt? In welche Bereiche muss zukünftig mehr investiert werden? 

Wer führt den Zensus 2022 durch? 

Für die Volkszählung arbeiten mehrere Verwaltungsebenen zusammen. Das Statistische Bundesamt kümmert sich um die IT-Infrastruktur und die technischen Anwendungen. Außerdem wählt das Statistische Bundesamt aus allen Anschriften nach einem Zufallsprinzip Stichproben für die Haushaltsbefragungen aus. Für den Zensus in den Bundesländern sind die statistischen Ämter der Länder verantwortlich. Sie organisieren zum Beispiel die Online-Befragungen vor Ort kümmern sich die Kommunen. Dafür wurden in allen Landkreisen und kreisfreien Städten Erhebungsstellen eingerichtet, so auch im Landkreis Dingolfing-Landau. 

Wer wird befragt? 

In erster Linie werden für den Zensus Daten aus Verwaltungsregistern genutzt, sodass die Mehrheit der Bevölkerung gar nicht befragt werden muss. Ergänzt werden diese Daten durch verschiedene Befragungen, etwa    Haushaltsbefragung, Gebäude- und Wohnungszählung und Vorbefragung und Bewohnerbefragung in Wohnheimen und Gemeinschaftsunterkünften. 

Muss ich eine Auskunft geben? 

Für alle Befragungen gilt die Auskunftspflicht: Die Bürgerinnen und Bürger haben also nicht die Wahl, ob sie mitmachen möchten oder nicht. Umgekehrt kann sich auch niemand freiwillig zur Befragung melden, wenn er nicht kontaktiert wird. 

Wie läuft die Haushaltsbefragung ab? 

Ab Mitte Mai werden circa 16 Prozent aller Haushalte befragt. Ein paar Tage vor einer Befragung finden die ausgewählten Bürgerinnen und Bürger eine Terminankündigung dafür in den Briefkästen. Zur genannten Zeit kommt dann ein Interviewer persönlich vorbei und befragt in oder vor dem eigenen Zuhause. Das dauert etwa fünf bis zehn Minuten. Ein kleiner Teil der Personen muss im Anschluss noch ein paar weitere Fragen beantworten. 

Was mache ich, wenn ich am Befragungstermin keine Zeit habe? 

Bei Terminüberschneidungen wenden Sie sich an Ihren Interviewer und vereinbaren einen anderen Zeitpunkt. 

Wie erkenne ich, dass es sich um einen offiziellen Interviewer des Zensus 2022 handelt? 

Die Interviewer erhalten von der Erhebungsstelle einen Ausweis. Lassen Sie sich diesen vor einer Befragung vorzeigen. 

Wie laufen die Befragungen zur Gebäude- und Wohnungszählung ab? 

Für die Vorbefragung wurden circa 25 Prozent der Eigentümer ausgewählt. In der Gebäude- und Wohnungszählung müssen alle Eigentümer oder stellvertretend Verwalter sowie weitere Verfügungs- und Nutzungsberechtige von Gebäuden oder Wohnungen mitwirken. Beide Befragungen der Gebäude- und Wohnungszählung werden über einen Online-Fragebogen beziehungsweise einen Papier-Fragebogen durchgeführt. Dafür wird also niemand an der Haustür klingeln oder anrufen. 

Wie läuft die Bewohnerbefragung im Wohnheimen und Gemeinschaftsunterkünften ab?

 Die Daten der Melderegister zu Bewohnerinnen und Bewohner in Wohnheimen und Gemeinschaftsunterkünften sind oft ungenau. Deshalb müssen hier die Daten aller Personen überprüft werden. In Wohnheime (z.B. Studierenden-, Arbeiterwohnheim) kommen dafür von der Erhebungsstelle beauftragte Interviewer und befragen die Bewohner. In den Gemeinschaftsunterkünften (z.B. Alten-/Pflegeheim, Internat, Kloster, Gemeinschaftsunterkunft von Flüchtlingen) gibt die Einrichtungsleitung stellvertretend für die Bewohner Auskunft. Sie werden von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Erhebungsstelle befragt. 

Was passiert mit meinen Daten? 

Der Schutz Ihrer Daten hat höchste Priorität. Beim Zensus geht es darum, dass Daten verallgemeinert und Durchschnitte berechnet werden. Alle Informationen werden nur anonymisiert ausgewertet. So kann zum Beispiel aufgrund ihrer Angaben bei den Einwohnermeldeämtern oder anderen Stellen nichts korrigiert werden. Zusätzlich haben wir zum Datenschutz verschiedene Vorkehrungen getroffen. So bleibt Persönliches wirklich persönlich. 

Du liebst deine Heimat und möchtest aktiv bei der Volkszählung mitwirken?

Die Erhebungsstelle im Landkreis Dingolfing-Landau sucht 130 Interviewer zur Durchführung der Haushaltsstichproben. Wer beim Zensus und damit die Zukunft von Morgen mitgestalten und dabei eine steuerfreie Aufwandsentschädigung von ca. 800 Euro erhalten möchte, kann sich unter der Telefonnummer 08731 87-880 informieren. Bewerbungen sind ausschließlich über das Online-Bewerbungsportal unter

www.mein-check-in.de/landkreis-dingolfing-landau  möglich.

Kategorien: Pressemitteilung