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Versorgungssicherheit, digitaler Bauantrag und Asyl

30.09.2022

Bürgermeisterdienstversammlung im Bürgerhaus in Haunersdorf

Dingolfing-Landau. Zur Dienstversammlung haben sich kürzlich die Bürgermeister des Landkreises im Bürgerhaus in Haunersdorf getroffen. Dabei sprach Landrat Werner Bumeder über das Thema Energieversorgung sowie den steigenden Zustrom an Geflohenen und Asylbewerber.

Zu Beginn der Versammlung begrüßte Kreisvorsitzender Bürgermeister Günter Schuster die Bürgermeister der Landkreiskommunen, die Geschäftsleiter sowie die Gäste aus dem Landratsamt mit Landrat Werner Bumeder. Nach den Grußworten des Simbacher Bürgermeisters und Hausherrn Herbert Sporrer, der Interessantes zum frisch sanierten Bürgerhaus Haunersdorf zum Besten gab, sprach Landrat Werner Bumeder zu aktuellen Landkreisthemen.

Unter anderem ging Bumeder auf die Energiekrise ein, die im Winter bevorstehen könnte. „Der Landkreis trifft aktuell Vorkehrungen, um durch Einsparungen in den Landkreisliegenschaften gut durch die kalte Jahreszeit zu kommen, auch wenn ich persönlich hoffe, dass es nicht zu Engpässen kommen wird“, so der Landrat. Weiter empfahl er den Kommunen, alle Liegenschaften auf Einsparpotenziale zu prüfen.

In diesem Zusammenhang wurde mit den Bürgermeistern auch das Thema Weihnachtsbeleuchtung beraten. Bei all den aktuellen Unsicherheiten wollte man sich nicht festlegen, ob und in welchem Umfang Beleuchtungen in der Adventszeit und auf Christkindlmärkten geben kann. Zu überlegen sei, ob man die Beleuchtung in reduzierter Form einschalten könnte.

Auch über die derzeit angespannte Lage beim Thema Asyl sprach Landrat Bumeder. „Die Flüchtlingsströme aus dem Osten und Nordafrika nehmen wieder abrupt zu. Daher ist es möglich, dass uns in naher Zukunft vermehrt Geflüchtete zugeteilt werden“, erklärte Bumeder. Nach dem Königsteiner Schlüssel, der festlegt, wie viele Asylbewerber aufgenommen werden müssen, müsste der Landkreis weit über 200 zusätzliche Plätze zur Verfügung stellen. Doch um die Geflohenen unterzubringen, seien zu wenige Immobilien vorhanden. „Deshalb sind wir derzeit verstärkt auf der Suche nach passenden Gebäuden. Eine andere Möglichkeit wäre, Unterkünfte in Container- oder Modulbauweise zu bauen“, so der Landrat. Das sei aber keineswegs eine Ideallösung.

Neben Landrat Werner Bumeder informierten Abteilungsleiterin Iris Dollinger und Elisabeth Thiel vom Bauamt des Landratsamtes über die Neuerungen im Zuge der Einführung des digitalen Bauantrags und welche technischen Voraussetzungen bis zum Ende des Jahres dafür geschaffen werden müssen. Die Antragsstellung erfolgt dann nicht mehr über die Kommunen, sondern direkt beim Landratsamt. Die beteiligten Stellen werden in digitaler Form eingebunden. Man verspreche sich dadurch eine deutlich effektivere und schnellere Bearbeitung. Es gebe dazu noch einige Punkte in der Umsetzung zu klären, aber man sei so weit, dass die Einführung vollzogen werden kann, so das Fazit der Verantwortlichen.

Stephanie Eiserbeck, zuständige Gebietsbetreuerin vom Landesamt für Denkmalpflege, referierte zum Thema „Photovoltaik auf Dächern denkmalgeschützter Gebäude“. Sie gab einen Überblick über den derzeitigen Stand im Gesetzgebungsverfahren und zeigte mögliche Alternativen auf, um Beeinträchtigungen weitestgehend zu minimieren.

Kreisarchäologe Dr. Florian Eibl sprach über bevorstehende Neuerungen bei den Bodendenkmälern, insbesondere zu beabsichtigten Änderungen im Eigentumsrecht bei Funden. Bisher wurden die Funde je zur Hälfte zwischen Finder und Grundstückseigentümer aufgeteilt. Künftig gehen Funde direkt an den Freistaat Bayern. Die Bürgermeister berieten mit dem Kreisarchäologen, wie die Bodendenkmal-Sicherung und die Ausweisung von Baugebieten effektiver abgestimmt werden kann.

Abschließend bedankte sich Kreisverbandsvorsitzender und Bürgermeistersprecher Günter Schuster bei den Rednern für ihre Vorträge.