Landratsamt Dingolfing-Landau Landratsamt Dingolfing-Landau
mark-gae304dcfd_1920.jpg

Tuberkulose-Untersuchung für Geflüchtete aus der Ukraine; Hinweis des Sozialamts: Konto einer deutschen Bank erforderlich

28.04.2022

Tuberkulose-Untersuchung für Geflüchtete aus der Ukraine; Hinweis des Sozialamts: Konto einer deutschen Bank erforderlich

Dingolfing-Landau. In der Ukraine ist Tuberkulose noch weiter verbreitet als hierzulande. Geflüchtete werden daher zur Sicherheit auf die Krankheit getestet, wenn sie in „Einrichtungen zur gemeinschaftlichen Unterbringung“ wie zum Beispiel Turnhallen aufgenommen werden. Viele der Geflüchteten im Landkreis sind aber privat untergebracht. Dabei ist eine solche Untersuchung nicht verpflichtend, aber empfohlen. 

Wenn Symptome auftreten oder Kontakt zu bekannten Tuberkulose-Fällen bestand, sollten Betroffene in jedem Fall sofort einen Arzt aufsuchen. Falls Fragen zu diesem Thema bestehen, kann gerne das Gesundheitsamt weiterhelfen und klären, ob es einer Untersuchung bedarf und wie die Kostendeckung möglich ist. 

Tuberkulose ist eine bakterielle Infektionskrankheit, die meist die Lunge betrifft, aber auch andere Organe angreifen kann. Vor allem in ärmeren Ländern mit schlechter medizinischer Versorgung gehört sie zu den Krankheiten mit den meisten Todesopfern. Laut Weltgesundheitsorganisation entfallen nur 2,9 Prozent der Fälle auf Europa, betroffen ist vor allem Osteuropa. 2020 gab es in der Ukraine geschätzt rund 32.000 Fälle – in Deutschland waren es rund 4.600, davon 605 in Bayern. Die Untersuchung bei Personen ab 15 Jahren erfolgt über ein Röntgenbild, bei jüngeren Personen ist eine ärztliche Anamneseerhebung und körperliche Untersuchung ausreichend. Bei Auffälligkeiten erfolgen weitere Untersuchungen, z.B. eine Blutentnahme. 

Das Sozialamt bittet zudem darum, geflüchtete Ukrainerinnen und Ukrainer darauf hinzuweisen, ein Konto bei einer regionalen Bank zu eröffnen. Ab 1. Juni erfolgt für die Leistungen der Wechsel aus dem Asylbewerberleistungsgesetz in die Regelsysteme. Andernfalls könnte es bei zu Problemen kommen, da keine Barauszahlungen erfolgen.