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Staatsminister Christian Bernreiter zu Gast bei der feierlichen Verkehrsfreigabe des Autobahnzubringers bei Loiching

02.11.2022

„Großer Gewinn für die Menschen vor Ort und den Wirtschaftsstandort“
Staatsminister Christian Bernreiter zu Gast bei der feierlichen Verkehrsfreigabe des Autobahnzubringers bei Loiching 

Dingolfing-Landau. Eine fast 20-jährige Planungs- und Baugeschichte ist am 2. November 2022 zu Ende gegangen. Mit der neuen Kreisstraße DGF 8 zwischen Teisbach und Loiching wird das Gesamtkonzept eines dritten Autobahnzubringers für Dingolfing mit Zubringerstraßen nach Teisbach und Loiching vollendet. Zur feierlichen Verkehrsfreigabe durfte Landrat Werner Bumeder auch Staatsminister Christian Bernreiter begrüßen. 

Staatsminister Bernreiter erklärte: „Mit einem Betrag von knapp sechs Millionen Euro hat der Freistaat eine für die Region sehr bedeutende Straßenbaumaßnahme fördern können. Dies zeigt, dass der Freistaat ein verlässlicher Partner und Unterstützer der Kommunen ist und auch bleiben wird. Das Projekt ist ein großer Gewinn für viele Menschen vor Ort und den Wirtschaftsstandort.“ 

Landrat Werner Bumeder sagte: „Wir freuen uns über die Vollendung dieses großen Straßenbauprojektes. Die Verkehrsinfrastruktur wurde in diesem Bereich deutlich verbessert. Davon profitieren die dort angesiedelten Gewerbe- und Industriebetriebe, aber durch die Reduzierung des Durchgangsverkehrs auch zahlreiche Anwohner.“  

Der Landrat bedankte sich bei seinem Vorgänger, Altlandrat Heinrich Trapp, der die Maßnahme angestoßen und mit viel Durchsetzungskraft ins Rollen gebracht hatte, bei den übergeordneten Fachstellen, beim Team der Tiefbauverwaltung am Landratsamt mit Sachgebietsleiter Richard Wagner und nicht zuletzt bei den Anliegern und Grundstücksbesitzern für ihr Verständnis und ihre Unterstützung. 

„Wir sind bekannt dafür, dass wir nicht nur Straßen bauen, sondern als fahrradfreundlicher Landkreis auch unser Radwegenetz stetig verbessern. Das haben wir auch bei dieser Maßnahme gemacht und parallel zu den neuen Kreisstraßen Radwege errichtet“, so Werner Bumeder. 

Die Planungsgeschichte des Großprojektes hatte begonnen, nachdem im Westen des BMW-Werks 2.4 ein neues zentrales Ersatzteillager (genannt „Dynamikzentrum“) entstanden war und eine Westerweiterung des Werks anstand. Im Jahr 2005 wurde ein Verkehrsgutachten vorgelegt, das zur Entlastung des damaligen Autobahnanschlusses Dingolfing-West (jetzt Dingolfing-Mitte) eine neue Anschlussstelle in Höhe der Kreisstraße DGF 16 sowie die Zusammenführung der Kreisstraßen DGF 16 von Teisbach kommend und der Kreisstraße DGF 8 von Loiching kommend vorsah. Damit war nicht nur eine bessere Erschließung von BMW möglich, sondern auch eine optimale Anbindung der Anliegergemeinden an die Autobahn sowie eine Verkehrsberuhigung in den Ortsdurchfahrten Kronwieden, Höfen und Schönbühl um bis zu 66 Prozent. 

Nach vielen Abstimmungsgesprächen mit dem Bundesverkehrsministerium, der damaligen Obersten Baubehörde, der Autobahndirektion, der Regierung von Niederbayern sowie der Stadt Dingolfing und der Gemeinde Loiching, konnte das Planfeststellungsverfahren durchgeführt werden, das 2014 mit dem Beschluss der Regierung endete. Das Gesamtkonzept sah folgende Abschnitte vor: 

BA I – neue Autobahn-Anschlussstelle

BA II – Verbreiterung der Industriestraße (Gemeindeverbindungsstraße der Stadt) als Zubringer von der Staatsstraße 2074 – Erschließung für BMW

BA III – Verbindungsspange Staatsstraße 2074 – Teisbach

BA IV – Verbindungsspange Teisbach – Loiching 

Gegen die Planfeststellung wurden mehrere Klagen erhoben. Der Landkreis konnte jedoch zunächst die Klagen ausräumen, die sich auf die Anschlussstelle und die Industriestraße bezogen. Außerdem wurde erreicht, dass das Bundesverkehrsministerium die Vorgabe aufhob, dass mit dem Bau erst begonnen werden darf, wenn Baurecht für das Gesamtkonzept besteht. So konnten zunächst 2014 die neue Anschlussstelle Dingolfing-West (die alte Anschlussstelle wurde umbenannt in „Dingolfing-Mitte“) sowie die Industriestraße gebaut werden. 

Der Weiterbau verzögerte sich dann aber noch lange, weil immer noch zwei Klagen anhängig waren und die Beteiligten eine einvernehmliche Lösung suchten. Durch umfangreiche Grundstückstausche konnte letztendlich erreicht werden, dass keiner der Grundanlieger Flächenminderungen gegen seinen Willen erleiden musste, sondern teilweise vorteilhafte Flächenarrondierungen entstanden. Die Grunderwerbskosten stiegen dadurch jedoch auf rund sechs Millionen Euro. 

So konnte 2021 der dritte Bauabschnitt fertiggestellt werden, nun folgt noch Bauabschnitt IV. Die Länge aller vier Abschnitte (einschließlich Anschlussästen) beträgt 5,868 Kilometer. Zudem wurden zwei neue Brücken gebaut. Insgesamt hat der Landkreis für die Gesamtmaßnahme rund 16,5 Millionen Euro investiert, davon wurden knapp sechs Millionen Euro über Fördermittel finanziert. Ursprünglich war man von Gesamtkosten in Höhe von neun Millionen Euro ausgegangen (2008).

Kategorien: Pressemitteilung