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Feuerwehren auch während Pandemie gefordert; Kreisbrandrat Josef Kramhöller legt Jahresbericht für das Jahr 2020 vor

05.02.2021

Feuerwehren auch während Pandemie gefordert; 
Kreisbrandrat Josef Kramhöller legt Jahresbericht für das Jahr 2020 vor 

Dingolfing-Landau. Einen sehr umfangreichen Bericht für das abgelaufene Einsatzjahr 2020 hat Kreisbrandrat Josef Kramhöller am Donnerstag Landrat Werner Bumeder vorgelegt. Gleich zu Beginn ging der KBR ausführlich auf die Personalsituation der 93 Freiwilligen Feuerwehren im Landkreis ein. Derzeit stehen 4.503 ehrenamtliche Einsatzkräfte, davon 286 Frauen, zur Verfügung. Mit 795 ausgebildeten Atemschutzgeräteträgern können auch Einsätze unabhängig von der Umgebungsluft abgearbeitet werden. Hinzu kommt die Werkfeuerwehr BMW als einzige Werkfeuerwehr im Landkreis mit 144 Aktiven. 

103 Feuerwehranwärter konnten im letzten Jahr durch Erreichen der Volljährigkeit von der Jugendfeuerwehr in die aktive Mannschaft wechseln und damit ihre Feuerwehren personell verstärken. Die dadurch entstandenen Lücken in der Jugendfeuerwehr konnten durch zahlreiche Neuzugänge geschlossen werden. Derzeit bereiten sich 512 Jugendliche (Feuerwehranwärter) bei den Feuerwehren auf den aktiven Einsatzdienst vor, davon sind 113 Mädchen. Die leichte Abwärtsbewegung bei der Anzahl der Jugendlichen sehe er aber im schon längeren Stillstand der Jugendarbeit aufgrund der anhaltenden Einschränkungen durch die Corona-Pandemie begründet. 

Im Jahr 2020 waren insgesamt 992 verschiedene Einsatzstellen abzuarbeiten. 1.528 Feuerwehren mit 16.098 Feuerwehrdienstleistenden im Einsatz. Nicht weniger als 18.760 Einsatzstunden wurden dabei von den Einsatzkräften geleistet, um alle Einsätze zu bewältigen. Entgegen der Erwartungen haben sich die Einsatzzahlen, trotz des heruntergefahrenen öffentlichen Lebens, kaum nach unten bewegt. Lediglich die Anzahl von Sicherheitswachen und Verkehrsabsicherungen bei Veranstaltungen, ging aufgrund des eingeschränkten öffentlichen Lebens steil nach unten. 

Bei den 114 Brandeinsätzen waren ein Großbrand, 19 Mittelbrände und 76 Kleinbrände zu bekämpfen. Bei den restlichen 18 Brandeinsätzen war kein Eingreifen der Feuerwehr mehr erforderlich. Elf Personen konnten über Feuerwehrleitern gerettet werden. Besonders gefordert waren hier immer wieder die Atemschutzgeräteträger, so der KBR. Insgesamt plagten die Wehren auch wieder 113 Fehlalarmierungen, die überwiegend durch Fehlauslösungen oder Fehlbedienungen von Brandmeldeanlagen verursacht wurden. Immer mehr scheinen in Sachen Fehlalarme auch Fehlauslösungen von automatischen Unfallmeldesystemen (eCall) in Fahrzeugen eine Rolle zu spielen. 

Ferner waren 697 Technische Hilfeleistungen zu verzeichnen:

Bei 139 Verkehrsunfälle mit Straßenfahrzeugen bewährte sich die sehr enge und eingespielte Zusammenarbeit von Rettungsdienst, Feuerwehr und Polizei ebenso bei zwei Unfällen mit Schienenfahrzeugen. Sehr bedauerlich, so Kramhöller, sei die Tatsache, dass bei einigen schweren Verkehrsunfällen und mehreren Suizidfällen fünf Personen leider nur noch tot geborgen werden konnten. Bei den Technischen Hilfeleistungen konnten aber auch 26 Personen gerettet werden. Die meisten davon waren eingeklemmte Personen bei Verkehrsunfällen sowie hilflose Personen in verschlossenen Wohnungen. Bei allen Einsätzen wurden insgesamt 86 Personen von der Feuerwehr betreut oder erstversorgt. Wasser- und Eisunfälle beschäftigte die Helfer an vier Orten. Neun Hilfeleistungen waren bei Tierunfällen oder für Tierbergungen nötig. Ferner kamen die Feuerwehren bei 247 Sturm- und Schneebruchschäden zum Einsatz und beseitigten achtmal absturzgefährdete Teile. Unwetterschäden mussten an 24 Einsatzstellen beseitigt werden. Ölbeseitigungen auf Fahrbahnen und Gewässern schlugen 41 Mal zu Buche. Für 35 Wohnungsöffnungen, wegen Personen in akuter Gefahr, wurde ebenfalls die Feuerwehr gerufen. Zur Unterstützung des Rettungsdienstes für Tragehilfen, Erste-Hilfe und Reanimation wurde 29 Mal ausgerückt und acht Einsätze dienten der Unterstützung der Polizei. Bei 20 ABC-Gefahrstoffeinsätzen wurden Gefahren für Mensch und Umwelt beseitigt. Wasserschäden in Gebäuden wurden an 17 Schadensorten beseitigt.

Die Gefahren eines Gasaustritts wurden zweimal eingedämmt. Zahlreiche weitere Technische Hilfeleistungen in den verschiedensten Bereichen prägten das Tagesgeschäft der Wehren im Landkreis. 

Die 50 „Sonstigen Tätigkeiten“ beinhalten alle freiwilligen Tätigkeiten (Nr.4.5. VollzBekBayFwG), wie beispielsweise Verkehrsabsicherungen bei den verschiedensten Veranstaltungen. 

Durch 18 Sicherheitswachen sorgte Fachpersonal der Feuerwehr für den Brandschutz bei einer breiten Palette von öffentlichen Veranstaltungen. 

Als Teil des Katastrophenschutzes waren unsere Feuerwehren des Landkreises auch in die laufenden Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie aktiv eingebunden. So wurden mit unseren Logistikfahrzeugen zahlreiche Transportfahrten für Schutzausrüstung von der THW-Übergabestelle in Landshut zum Landkreislager nach Dingolfing durchgeführt. 

Feuerwehren zählen zur kritischen Infrastruktur und unterliegen deshalb nach wie vor besonders strengen Beschränkungen für Ausbildungs- und Übungsveranstaltungen, stellt Kreisbrandrat Josef Kramhöller fest. Zusammenkünfte der Einsatzkräfte sind nur bei zwingend erforderlichen Gründen erlaubt. Damit sollen coronabedingte Ausfälle von Feuerwehren unbedingt vermieden werden. Er betonte aber ausdrücklich, dass der Einsatzdienst im vollen Umfang gewährleistet wird, um jede erforderliche Hilfeleistung weiterhin uneingeschränkt sicherzustellen. Für die Bereitschaft auch in dieser schwierigen Zeit, rund um die Uhr für Hilfeleistungen bereit zu stehen, sprach der Kreisbrandrat allen ehrenamtlichen Einsatzkräften seinen größten Respekt und persönlichen Dank aus. 

Dem schloss sich auch Landrat Werner Bumeder an, der sich zunächst bei KBR Josef Kramhöller für die Arbeit rund um den Jahresbericht, aber auch für den Einsatz während des ganzen Jahres bedankte. „Dass die Einsätze trotz Corona nicht zurückgegangen sind, beweist, wie wichtig die Feuerwehren im Landkreis sind. Sie arbeiten kameradschaftlich und verantwortungsvoll zusammen. Dafür möchte ich mich ausdrücklich bedanken“, so Werner Bumeder.

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