Landratsamt Dingolfing-Landau Landratsamt Dingolfing-Landau
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Ausgezeichnete Kulturschaffende

15.07.2021

Landrat Werner Bumeder bei seiner Ansprache

Landrat Werner Bumeder vergibt Kulturpreise an Anton Kerscher, Karin und Karl Fischer sowie Simon Csokan

Dingolfing-Landau. Kultur macht Freude, und sie führt die Menschen zusammen. Das wurde bei der Kulturpreisverleihung am Mittwoch im Landgasthof Apfelbeck in Mamming einmal mehr deutlich. Landrat Werner Bumeder verlieh die Kulturpreise des Jahres 2020 – coronabedingt etwas später als sonst und in einem kleineren Rahmen als üblich. Die 60 anwesenden Gäste genossen einen Abend mit feiner Musik, emotional berührenden Lobreden und guten Gesprächen.

„Ich bin immer wieder beeindruckt, welche kulturelle Vielfalt und wie viele besondere Talente es in unserem Landkreis gibt“, sagte Landrat Werner Bumeder. Die drei aktuellen Preisträger sind beste Beispiele dafür: der Metallkünstler Anton Kerscher aus Bubach (Kulturpreisträger), die Betreiber der Kultkneipe „Haus 111“ in Wildthurn, Karin und Karl Fischer (Kulturförderpreisträger) und der vielfach ausgezeichnete Musiker Simon Csokan aus Landau (Jugendkulturpreisträger).

Werner Claßen, ein guter Freund und Weggefährte von Anton Kerscher, beschrieb in seiner Laudatio den Werdegang des neuen Kulturpreisträgers, der als Metallkünstler international bekannt ist. In Venedig durfte er seine Werke neben Kunstgrößen wie Yoko Ono (Witwe von John Lennon) und Markus Lüpertz präsentieren. Angefangen hatte der gelernte Landwirt und Metallbauer in den 90er Jahren mit Kleinmöbeln aus Eisenrohren und gelochten Metallplatten, es folgten Kleinplastiken aus Stahl in Form von Stelen und Himmelszeichen und schließlich Großplastiken wie das „schwebende Alphabet“. Anton Kerscher habe sich und seinen Stil stets weiterentwickelt, so Werner Claßen. Heute seien seine Werke weniger verspielt als früher, stattdessen ruhiger und klarer, teils gesellschaftskritisch, manchmal auch radikal. „Anton Kerscher ist ein kreativ arbeitender, hochaktuelle Themen aufgreifender Künstler, von dem man noch einiges hören und sehen wird und der sich den Kulturpreis ehrlich verdient hat“, sagte Werner Claßen.

Wie aus einem Dorfwirtshaus eine Kultstätte geworden ist, das beschrieb Heike Aichner in ihrer Laudatio auf die Kulturförderpreisträger Karin und Karl Fischer vom Haus 111 in Wildthurn. Seit 27 Jahren bewirtschaften die Geschwister das Lokal mit dem legendären „Tor zur anderen Welt“, mit einer Konzertbühne und mit einer Kuriositätensammlung, die ihresgleichen sucht. Auf der Konzertbühne standen unzählige Bands. Schlager, Blues, Rock und Punk, hier darf alles gespielt werden. Vom Arzt bis zum einfachen Arbeiter ist hier jeder herzlich willkommen. Der Kulturförderpreis solle nicht nur ein Zeichen der Anerkennung sein, so Laudatorin Heike Aichner, sondern auch eine Motivation, nach Corona genauso weiterzumachen wie bisher.

Die Fördervereinsvorsitzende der Städtischen Musikschule Landau, Christa Weinzierl, beschrieb mit berührenden Worten die Entwicklung eines Ausnahmetalentes. Der Jugendkulturpreisträger Simon Csokan sei nicht nur ein ausgezeichneter Musiker, sondern mit seinen 20 Jahren auch eine echte Persönlichkeit, die mit Empathie und Hilfsbereitschaft beeindruckt. Mit einem selbst geschriebenen Gedicht, das Christa Weinzierl dem neuen Jugendkulturpreisträger widmete und das sie abschließend vortrug, rührte sie viele der anwesenden Gäste zu Tränen.

Simon Csokan gestaltete den Abend am Akkordeon und am Keyboard zusammen mit Anja Zogler (Geige) und Melina Witt (Gesang) musikalisch und verlieh der Veranstaltung damit einen noch festlicheren Rahmen.

Den Preisträgern gratulierten auch der stellvertretende Regierungspräsident Dr. Helmut Graf, stellvertretender Landrat Dr. Franz Gassner, die weitere stellvertretende Landrätin Manuela Wälischmiller sowie Sparkassen-Vorstandsvorsitzender Walter Strohmaier.

„Dieser Abend hat gezeigt, wie sehr uns die Kultur in den vergangenen Monaten gefehlt hat“, stellte Landrat Werner Bumeder fest. Weil viele Bürger/innen jetzt hungrig auf Kultur seien, organisiert der Landkreis mithilfe staatlicher Fördermittel und der Unterstützung der Sparkasse Niederbayern-Mitte einen Kultursommer. Den Gästen der Kulturpreisverleihung machte der Landrat schonmal Appetit auf die Veranstaltungsreihe „Summer beinand“ mit insgesamt 40 Acts aus Musik, Tanz und Kabarett an vier verschiedenen Spielorten im Landkreis. Das detaillierte Programm kann man in Kürze unter www.summerbeinand.de nachlesen. Hier gibt’s dann auch die kostenlosen Tickets für die einzelnen Veranstaltungen.

Fotos: LRA/Manuel Birgmann