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Weitere Maßnahmen zur Geflügelpest

05.03.2021

Dynamisches Geschehen in Bayern – Risikogebiete ausgewiesen

Dingolfing-Landau. Das gegenwärtige Geflügelpest-Geschehen in Bayern und Deutschland ist weiterhin sehr dynamisch. In Bayern sind über die Landesfläche verteilt bislang 23 Fälle von HPAI (Geflügelpest) bei Wildvögeln sowie drei Fälle bei Hausgeflügel amtlich festgestellt worden. Um eine weitere Ausbreitung zu verhindern, werden weitere Schutzmaßnahmen notwendig.

Die bisherigen Fundorte HPAI-positiver Wildvögel liegen zu einem weitaus überwiegenden Teil in HPAI-Risikogebieten. Vor diesem Hintergrund kommt das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) in seiner aktuellen Risikobewertung zu dem Ergebnis, dass insbesondere für Geflügelhaltungen in HPAI-Risikogebieten ein besonders hohes Risiko für den unmittelbaren oder mittelbaren Eintrag von HPAI über Wasservögel besteht.

Das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz, die Regierung von Niederbayern sowie das Landratsamt Dingolfing-Landau sehen aufgrund der bisherigen Ausbreitung des Virus in Bayern die Anordnung von weitergehenden Sicherheitsmaßnahmen zur Tierseuchenbekämpfung als erforderlich an.

Laut Allgemeinverfügung gelten daher im Landkreis folgende Schutzmaßnahmen zusätzlich:

Ausstellungen, Märkte und Schauen sowie Veranstaltungen ähnlicher Art, bei denen Geflügel und gehaltene Vögel anderer Arten als Geflügel verkauft, gehandelt oder zur Schau gestellt werden, sind im Landkreis Dingolfing-Landau verboten.

Folgende Gebiete werden im Landkreis Dingolfing-Landau als Risikogebiete ausgewiesen:

1. Jeweils die Randstreifen von 500 m auf jeder Seite von Fließgewässern erster Ordnung. Dies sind die Isar und die Vils mit den zugehörigen Stauseen.

2. Jeweils die Randstreifen von 500 m um die Uferlinie der größeren Stillgewässer (größer als fünf Hektar Wasserfläche).

3. Für alle privaten und gewerblichen Tierhalter, die Geflügel im Sinne des § 1 Abs. 2 Nr. 2 der Geflügelpest-Verordnung (hierunter fallen: Hühner, Truthühner, Perlhühner, Rebhühner, Fasane, Laufvögel, Wachteln, Enten und Gänse, die in Gefangenschaft aufgezogen oder gehalten werden) halten und sich in einem ausgewiesenen Risikogebiet nach Nr. 2 befinden, wird eine Aufstallung des Geflügels angeordnet

  • in geschlossenen Ställen oder
  • unter einer Vorrichtung, die aus einer überstehenden, nach oben gegen Einträge gesicherten dichten Abdeckung und einer gegen das Eindringen von Wildvögeln gesicherten Seitenbegrenzung bestehen muss.

4. Halter von Geflügel mit einem Bestand bis einschließlich 100 Stück Geflügel, die sich in einem ausgewiesenen Risikogebiet nach Nr. 2 befinden, haben im Bestandregister nach § 2 Abs. 2 Geflügelpest-Verordnung ergänzende Aufzeichnungen über die Anzahl der pro Werktag verendeten Tiere zu machen. Halter von Geflügel mit einem Bestand bis einschließlich 1.000 Tieren, die sich in einem ausgewiesenen Risikogebiet nach Nr. 2 befinden, haben nach § 2 Abs. 2 Geflügelpest-Verordnung ergänzende Aufzeichnungen über die Gesamtzahl der gelegten Eier pro Bestand und Werktag zu führen.

Die bereits bisher für den ganzen Landkreis geltenden Schutzmaßnahmen gelten weiterhin:

1. Auch für Geflügelhaltungen unter 1.000 Stück Geflügel gilt nun Folgendes:

  • Die Ein- und Ausgänge zu den Ställen oder die sonstigen Standorte des Geflügels sind gegen unbefugten Zutritt oder unbefugtes Befahren zu sichern,
  • die Ställe oder die sonstigen Standorte des Geflügels dürfen von betriebsfremden Personen nur mit betriebseigener Schutzkleidung oder Einwegschutzkleidung betreten werden, die Schutz- oder Einwegschutzkleidung ist nach Verlassen des Stalles oder sonstigen Standorts des Geflügels unverzüglich abzulegen.
  • Schutzkleidung ist nach Gebrauch unverzüglich zu reinigen und zu desinfizieren oder bei Einmalschutzkleidung unschädlich zu beseitigen.
  • Nach jeder Einstallung oder Ausstallung von Geflügel sind die dazu eingesetzten Gerätschaften, der Verladeplatz und die frei gewordenen Ställe zu reinigen und zu desinfizieren.
  • Betriebseigene Fahrzeuge sind unmittelbar nach Abschluss eines Geflügeltransports auf einem befestigten Platz zu reinigen und zu desinfizieren.
  • Fahrzeuge, Maschinen und sonstige Gerätschaften, die in der Geflügelhaltung eingesetzt und in mehreren Ställen oder von mehreren Betrieben gemeinsam benutzt werden, sind jeweils vor der Benutzung in einem anderen Stall oder, im abgebenden Betrieb vor der Abgabe zu reinigen und zu desinfizieren.
  • Eine ordnungsgemäße Schadnagerbekämpfung ist durchzuführen und zu dokumentieren.
  • Einrichtungen zur Aufbewahrung verendeten Geflügels sind nach jeder Abholung, mindestens jedoch einmal im Monat zu reinigen und zu desinfizieren.
  • Es ist eine betriebsbereite Einrichtung zum Waschen der Hände sowie eine Einrichtung zum Wechseln und Ablegen der Kleidung und zur Desinfektion der Schuhe vorzuhalten.

2. Für wasserlebendes Wildgeflügel gilt ein allgemeines Fütterungsverbot im gesamten Landkreis Dingolfing-Landau.

Das Landratsamt weist außerdem darauf hin, dass alle Geflügelhalter im Landkreis Dingolfing-Landau, die ihrer Pflicht zur Meldung des gehaltenen Geflügels (Hühner, Enten, Gänse, Fasane, Perlhühner, Rebhühner, Tauben, Truthühner, Wachteln und Laufvögel) bisher noch nicht nachgekommen sind, diese unverzüglich beim Landratsamt Dingolfing-Landau, Veterinäramt, Telefon 08731 87-507, Fax 08731 87-751 oder per E-Mail: veterinaerwesen@landkreis-dingolfing-landau.de, anzuzeigen haben.

Eine Ansteckung des Menschen über Wildvögel oder deren Ausscheidungen ist nach dem bisherigen Kenntnisstand noch nicht bekannt.

Der Wortlaut der Allgemeinverfügung kann im Amtsblatt eingesehen werden.

Das Veterinäramt Dingolfing-Landau bittet um dringende Beachtung.