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Eibl FlorianChronik Kreisarchäologie Dingolfing-Landau

1985 unter Landrat Fritz Ettengruber gegründet, war sie die dritte kommunale Archäologiestelle in Bayern; heute sind es deren 11. Ausgehend von der enormen Anzahl von Bodendenkmälern (es sind mit über 2000 die meisten in einem bayerischen Landkreis) und der Notwendigkeit Baugebiete auszuweisen, bot eine eigene Kreisarchäologie die Lösung, um zum einen dem Denkmalschutzgesetz und zum anderen dem bauwilligen Bürger genüge zu tun. Trotz des enormen Arbeitspensums, das die Mannschaft der Kreisarchäologie zu leisten hat, konnte bis heute jedes Bauvorhaben ohne Verzögerung genehmigt werden.

Es dürften an die 200 ha Fläche sein, die unter der Leitung der Kreisarchäologie bis heute archäologisch untersucht wurden. Dabei konnte nachgewiesen werden, daß seit mindestens 100 000 Jahren in unserem Landkreis Menschen leben und sich seit etwa 7600 Jahren hier dauerhaft niederließen. Siedlungsüberreste und Gräber aus fast allen Epochen unserer Vergangenheit konnten an Plätzen mit besten Böden und Quellen oder Bächen im Isar-, Vils- und Aiterachtal entdeckt und z.T. bereits untersucht werden. Am Beginn des Gäubodens bei Großköllnbach und am Anfang des Aiterachtales scheinen die ersten Bauern ihre 30 m langen Häuser aus Eichenholz erbaut zu haben. Auf den guten Böden unserer Flußböden gründeten die Menschen die nächsten Jahrhunderte immer wieder Ortschaften, die nach mehreren Generationen, nachdem die Böden ausgelaugt und die Wälder leer gejagt waren, wieder verlassen wurden. Auf dem Isarhochufer bei Kothingeichendorf und Meisternthal entstanden mit Palisadenzäunen geschützte "stadtartige" Siedlungen, in denen sich etwa 80 m im Durchmesser fassende, 3 bis 4 m tiefe Kreisgräben mit 4 bzw. 2 Erdbrücken befanden. Dr. Helmut Becker, Geophysiker am Landesamt für Denkmalpflege in München, glaubt aufgrund der Ausrichtung der Tore in diesen Kreisgrabenanlagen Kalenderbauten bzw. Sonnentempel zu sehen; quasi die 2000 Jahre älteren Vorgänger von Stonehenge. Tatsächlich jedoch haben Experimente vor Ort ergeben, daß die aufgehende Sonne am Beginn des Frühjahres bzw. des Herbstes gar nicht durch die Toröffnungen scheinen konnten, die vorgelagerten Hügel im Osten sind zu hoch. Gut denkbar ist, daß diese Bauwerke so etwas wie die "Kirche im Dorf" oder Sportplätze einer uns allerdings unbekannten Sportart waren. 6000 Jahre ist sie alt, die "Venus von Aufhausen", ein Gefäß in Menschenform. Gefunden wurde sie in einer ehemaligen Kellergrube einer jungsteinzeitlichen Siedlung, wo man sie quasi bestattet hatte. Auch in Aufhausen, in einem 20 ha großen zukünftigen Gewerbegebiet entdeckte man 1998 ein 4200 Jahre altes Grab eines kleinen Jungen. Er stammte aus einer wohlhabenden Familie, die ihm zwei gebogene Goldbleche (Haarschmuck) ins Grab legten. Es ist dies das älteste Gold Bayerns. 3500 Jahre alt ist ein Frauengrab aus der Bronzezeit, das im Haidlfingermoos entdeckt wurde. Die Tote trug einen Gürtel, der sonst nur im damaligen Ungarn modern war. Ein Gemüsegarten im Osten von Wallersdorf barg ein wertvolles Geheimnis: etwa um 50 v.Chr. hatten dort Kelten vor den herannahenden Germanen einen Schatz aus mehreren Hundert Goldmünzen versteckt. 1945 Jahre später kam er wieder ans Tageslicht. In einem großen Friedhof des frühen Mittelalters (ca.480 bis 700) bei Peigen fand man Gewandspangen (=Fibeln), Ketten mit Glasperlen und Waffen der Langobarden, Goten, Awaren und Franken. Dies zeigt, wie stark eingebunden in europäische Entwicklungen bereits unsere ältesten Vorfahren waren. Es waren beileibe keine keulenschwingenden Wilden, die hier als erste siedelten: Anthropologen haben nachgewiesen, daß wir unser Aussehen seit 10 000 Jahren nicht verändert haben. Wir könnten also alle in der Steinzeit gelebt haben ...

 

Venus von AufhausenZwei gebogene Goldbleche (Haarschmuck)Frauengrab aus der BronzezeitGoldmünzenSchmuck (Peigen)

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