Im Landkreis Dingolfing-Landau ist High-Tech seit altersher zu Hause. Vor 7000 Jahren bauten Menschen der ausgehenden Steinzeit auf die Isarhöhen in Kothingeichendorf bei Landau die älteste heute bekannte astronomische Großanlage der Welt, heute steht in Dingolfing die von amerikanischen Experten prämierte "weltbeste Automobilfabrik des Jahres 1998", das BMW-Werk.
Trotz der industriellen Dominanz charakterisiert das Etikett "Industrielandkreis" den Landkreis nur unzutreffend: Das Landschaftsbild ist geprägt vom niederbayerischen Hügelland und von grünen, weiten Tälern (Isar, Vils, Aiterach). Nummer Eins in Deutschland ist der Landkreis beim Feldgemüseanbau (Gurken, Kohl, Wirsing und Kraut), wobei bis zu 6000 polnische Saisonarbeitskräfte die Feldarbeit leisten.
Der Landkreis hat eine Fläche von 878 qkm, 90.673Einwohner (Stand: 31.12.2009) wohnen in 15 Städten, Märkten und Gemeinden.
Einwohnerzahlen (Stand: 31.12.2009)
| Dingolfing |
18.094
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| Eichendorf |
6.456
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| Frontenhausen |
4.388
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| Gottfrieding |
2.069
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| Landau a.d.Isar |
12.585
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| Loiching |
3.520
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| Mamming |
2.899
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| Marklkofen |
3.633
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| Mengkofen |
5.722
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| Moosthenning |
4.737
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| Niederviehbach |
2.474
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| Pilsting |
6.190
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| Reisbach |
7.543
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| Simbach |
3.629
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| Wallersdorf |
6.734
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| Summe |
90.673
|
Wirtschaftliche Struktur
Die Arbeitslosenquote im Landkreis ist mit rd. 3,2 Prozent relativ niedrig. Als Arbeitsplatzzentren sind die Bereiche Dingolfing (BMW AG), Landau a.d.Isar (Fa. Einhell, Fa. Dräxlmeier, Autozulieferer), Pilsting (Fa. Neoplan Bus GmbH) und Marklkofen (Fa. Mann & Hummel, Filterproduktion) für den eigenen Bereich und darüber hinaus für ganz Niederbayern von beachtlicher Bedeutung.
Im ländlich strukturierten Gebiet spielt die Landwirtschaft eine große Rolle. Die 2.011 landwirtschaftlichen Betriebe (1979: 4079) konzentrieren sich vor allem auf die Schweine- und Rinderhaltung sowie auf den Weizen-, Zuckerrüben- und Gemüseanbau. Die Ernte wird direkt im Landkreis, oft durch genossenschaftliche Konservenbetriebe weiterverarbeitet.
Mit 18.233 Hektar Waldfläche (20 %) gehört der Landkreis Dingolfing-Landau zu den waldärmsten Landkreisen Bayerns.
Naturschutz
Mit zwei Millionenprojekten hat der Landkreis in den vergangenen Jahren im Naturschutz deutliche Akzente gesetzt. Dies gilt insbesondere für das BayernNetzNatur-Projekt "Königsauer Moos", das die Wasserspeicherfunktion des Niedermoores und den Lebensraum für den Großen Brachvogel sichern soll, sowie für das EU-LIFE-Projekt im Isarauenbereich bei Mamming.
Das Ziel des "LIFE-Natur-Programms" der Europäischen Union ist die Einrichtung eines europaweiten Schutzgebietes "Natura 2000". Es ist eines von bisher fünf in Bayern laufenden LIFE-Projekten und zugleich das erste in Niederbayern. Das 200 Hektar umfassende Projektgebiet liegt im unteren niederbayerischen Talraum des Alpenflusses Isar.
Träger des Projekts ist der Landkreis Dingolfing-Landau. Er bringt 20 Prozent der veranschlagten Gesamtkosten für das Projekt (ca. 750.000 Euro) auf. Die EU finanziert mit 50 % den Großteil der Maßnahme, 30 % steuert der Freistaat über den Bayerischen Naturschutzfonds bei.
Einrichtungen des Landkreises
Der Landkreis Dingolfing-Landau betreibt das Kreisklinikum Dingolfing-Landau als selbständiges Kommunalunternehmen mit den Krankenhäusern Dingolfing und Landau (170 bzw. 185 Betten). Beide Häuser verfügen über folgende Hauptabteilungen: Chirurgie (in Landau mit Hand- und Fußchirurgie), Innere Medizin, Anästhesie, Geburtshilfe und Gynäkologie. Als Belegabteilungen werden in Dingolfing die Abteilungen Orthopädie, HNO, in Landau HNO, Urologie und Augenmedizin geführt. Im Krankenhaus Dingolfing ist ein Vertragsarzt mit Radiologie tätig.
Der Landkreis ist Träger von zwei Altersheimen in Reisbach und Mengkofen.
Im gesamten Landkreis sorgen 31 Kindergärten und Kindertagesstätten für optimale Betreuung der Kleinen. In 21 Volksschulen werden im kommenden Schuljahr 6.088 Kinder unterrichtet, wobei in sozialen Brennpunkten Schulklassen mit mehrheitlich fremdsprachlichen Kindern häufig vorkommen. Der Landkreis ist Träger von zwei Realschulen mit rd. 1.483 Schülern, zwei Gymnasien mit rd. 2.392 Schülern, zwei Förderschulen mit rd. 318 Schülern sowie zwei Berufsschulen mit rd. 2.439 Schülern.
Kultur und Freizeit
Der Landkreis Dingolfing-Landau mit seinem hohen Freizeit- und Erholungswert lockt immer mehr Gäste und Besucher an. Touristische Schwerpunkte bilden der boomende Fahrradtourismus durch besonders familienfreundliche Radwege an Isar-, Vils- und dem Bockerlbahnradweg sowie die deutschlandweit ersten archäologischen Grabungswochen im August.
Zusätzlich bietet das Naherholungsgebiet Mittleres Vilstal mit den drei Gemeinden Frontenhausen, Marklkofen und Reisbach Erholung und Freizeit rund um den Vilstalsee.
Im Bayernpark erwartet die Besucher eine Vielzahl von Attraktionen auf einer Fläche von 400.000 qm.
Das Freizeitbad Caprima in Dingolfing sorgt für ganzjährige Badefreuden.
Der Landkreis Dingolfing-Landau richtete 1989 eine eigene Kreisarchäologie ein. Die Palette der ausgegrabenen Exponate reicht von der ältesten Zeichnung Bayerns - eine auf einem Stück Stoßzahn eingeritzte Abbildung eines Mammuts - über das aus kupferzeitlichen Gräbern stammende älteste Gold Deutschlands (2400 v. Christus). Bei Aufhausen wurde die mittlerweile berühmte Venusfigur gefunden, die ca. 6.000 Jahre alt ist. Die Kultplätze in Kothingeichendorf und Meisternthal haben europäischen Rang und entstanden 2.500 Jahre vor Stonehenge.
Das Niederbayerische Archäologiemuseum in Landau, ein Zweigmuseum der prähistorischen Staatssammlung in München, zeigt die Exponate aus der Region. Als erstes volldigitalisches Museum und Schwerpunkt für experimentelle Archäologie erhielt es 1997 den Europäischen Museumspreis.
Im Gespräch ist die Errichtung eines Automobilmuseums, da der wirtschaftliche Aufschwung der Region stark mit dem Auto zusammenhängt. Die Firma Glas und Lohr begann 1908 in Dingolfing mit der Produktion von Sämaschinen und fertigte 1955 mit dem legendären Goggomobil das erste Auto in Dingolfing. 1967 übernahm die BMW AG das Werk und baute Dingolfing zu seinem größten Produktionsstandort aus. Die Beschäftigten werden mit Bussen (40.000 km pro Tag) aus ganz Niederbayern zu ihrem Arbeitsplatz befördert. Um die Sicherheit der Werksbusse zu garantieren, beginnt der Winterdienst bei den Kreisbauhöfen bereits um 2.00 Uhr bzw. um 4.00 Uhr morgens.
Das BMW-Werk in Zahlen:
Gesamtgröße in Mio. qm: 2,3
Beschäftigte: rund 22.000
Auszubildende: über 800
Fahrzeugproduktion pro Jahr: rund 280.000
Automobile pro Tag (5er, 6er, 7er Baureihen, M5, M6,
Rolls-Royce Karosserie für das Werk Goodwood): bis zu 1.300