Im Landkreis Dingolfing-Landau ist High-Tech seit altersher zu Hause. Vor 7000 Jahren bauten Menschen der ausgehenden Steinzeit auf die Isarhöhen in Kothingeichendorf bei Landau die älteste heute bekannte astronomische Großanlage der Welt, heute steht in Dingolfing die von amerikanischen Experten prämierte "weltbeste Automobilfabrik des Jahres 1998", das BMW-Werk.
Trotz der industriellen Dominanz charakterisiert das Etikett "Industrielandkreis" den Landkreis nur unzutreffend: Das Landschaftsbild ist geprägt vom niederbayerischen Hügelland und von grünen, weiten Tälern (Isar, Vils, Aiterach). Nummer Eins in Deutschland ist der Landkreis beim Feldgemüseanbau (Gurken, Kohl, Wirsing und Kraut), wobei bis zu 6000 polnische Saisonarbeitskräfte die Feldarbeit leisten.
Der Landkreis hat eine Fläche von 878 qkm, 94.104 Einwohner (Stand: 31.12.2015, Basis Zensus 2011) wohnen in 15 Städten, Märkten und Gemeinden.

Einwohnerzahlen im Landkreis Dingolfing-Landau (Stand: 31.12.2015)
(Basis Zensus 2011)

Dingolfing

19.145

Eichendorf

6.521

Frontenhausen

4.649

Gottfrieding

2.242

Landau a.d.Isar

13.027

Loiching

3.508

Mamming

3.109

Marklkofen

3.681

Mengkofen

6.053

Moosthenning 

4.903

Niederviehbach

2.519

Pilsting

6.499

Reisbach

7.675

Simbach

3.774

Wallersdorf

6.799

Summe

94.104


Wirtschaftliche Struktur

Die Arbeitslosenquote im Landkreis ist mit rund 2,7 Prozent (Stand: 2016) vergleichsweise gering. Das dominierende Unternehmen im Landkreis ist das BMW-Werk in Dingolfing mit 17.500 Beschäftigten (Stand: 2016). Die Zahl der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Arbeitnehmer beträgt mehr als 46.000. 

Im ländlich strukturierten Gebiet spielt die Landwirtschaft eine große Rolle. Die 1.754 (Stand: 2016) landwirtschaftlichen Betriebe (1979: 4.079) konzentrieren sich vor allem auf die Schweine-, Rinder- und Hühnerhaltung sowie auf den Weizen-, Zuckerrüben- und Gemüseanbau. Die Ernte wird direkt im Landkreis, oft durch genossenschaftliche Konservenbetriebe weiterverarbeitet.
Mit 18.390 Hektar Waldfläche (21 %) gehört der Landkreis Dingolfing-Landau zu den waldärmsten Landkreisen Bayerns.

Die zehn größten Industrie- und Handwerksbetriebe mit Beschäftigungszahlen sind folgende: BMW Dingolfing, 17.500; Mann & Hummel Marklkofen, 2.937; ELDRA GmbH Landau, 378; Develey Senf- und Feinkost GmbH Dingolfing, 322; Einhell Germany AG Landau, 310; Girnghuber GmbH Marklkofen, 310; SAR Elektronic GmbH Dingolfing, 305; Kühne + Nagel (AG & Co.) KG, 296;  Brandl Stefan Industrielackierung Mamming, 223; Staudinger GmbH Elektronik, Dingolfing, 204.

Der Landkreis Dingolfing Landau zählt insgesamt ca. 7.000 Betriebe (Handel, Dienstleistung, verarbeitendes Gewerbe, Baugewerbe, Handwerksbetriebe, 
Stand: 2012). 

Beschäftigte am Arbeitsort gesamt: 48.456 (Stand: 2014)

  • davon weiblich: 16.106
  • davon männlich: 32.350
     
  • davon in der Land- und Forstwirtschaft, Fischerei: 780
  • davon im produzierenden Gewerbe: 29.122
  • davon im Handel, Gastgewerbe und Verkehr: 6.752
  • davon in sonstiger Dienstleistung: 11.802

Beschäftigte am Wohnort: 40.721 (Stand: 2014)

Pendlersaldo: 7.601 (Stand: 2014)

Das positive Pendlersaldo ist die Differenz der Beschäftigten am Arbeitsort und der Beschäftigten am Wohnort. Das bedeutet, dass die Betriebe des Landkreises Dingolfing-Landau 7.444 Personen aus anderen Landkreisen einen Arbeitsplatz bieten und gibt gleichzeitig Auskunft über die vorhandene starke Wirtschaftskraft und Arbeitsplatzsituation.

Straßenanbindung:
BAB A 92 (München-Deggendorf), B 20 (Burghausen-Straubing)

Schienenanbindung:
München-Landshut-Plattling-Passau/Regensburg

Luftverkehr:
40 Fahrminuten zum Franz-Josef-Strauß Flughafen München
Verschiedene Verkehrslandeplätze in der Umgebung (Erreichbarkeit unter 45 min)

Sollten Sie sich für unseren Landkreis als Lebensraum, Arbeitsort oder Betriebsstandort entscheiden, bietet die Wirtschaftsförderung am Landratsamt entsprechende Hilfestellung.

Die Ansprechpartnerin im Bereich Wirtschaftsförderung und regionale Entwicklung:

Nadja Beutlhauser, Dipl.-Wirtschaftspsychologin (FH), 08731/87-129, nadja.beutlhauser@landkreis-dingolfing-landau.de.

Besuchen Sie auch gerne die Wirtschaftsinformationsseite des Landkreises:
www.wirtschaft-dingolfing-landau.de

(Zahlen von 2014 Bayer. Landesamt für Statistik - im Juni 2016)


Naturschutz

Mit zwei Millionenprojekten hat der Landkreis in den vergangenen Jahren im Naturschutz deutliche Akzente gesetzt. Dies gilt insbesondere für das EU-LIFE-Projekt „Auen, Haiden und Quellen im unteren Isartal“ (1996 – 1999) sowie für das noch bis Ende 2014 laufende BayernNetzNatur-Projekt "Lebendiges Königsauer Moos".

Ziel des LIFE-Natur-Programms der Europäischen Union ist die Einrichtung eines europaweiten Schutzgebietes "Natura 2000". Es war eines der ersten fünf in Bayern laufenden EU-LIFE-Projekten und zugleich das erste in Niederbayern. Das 200 Hektar umfassende Projektgebiet liegt im unteren niederbayerischen Talraum des Alpenflusses Isar zwischen Landau und Mamming.

Der Landkreis Dingolfing-Landau brachte als Projektträger 20 Prozent der veranschlagten Gesamtkosten (750.000 Euro) auf. Die EU finanzierte mit 50 % den Großteil der Maßnahme, 30 % steuerte der Freistaat über den Bayerischen Naturschutzfonds bei.

Ziel des BayernNetzNatur-Projektes ist die Schaffung eines bayernweiten Biotopverbundsystems. Es soll die Wasserspeicherfunktion des Niedermoores und den Lebensraum für wiesenbrütende Vogelarten, insbesondere den Großen Brachvogel, sichern.

Mit Beschluss vom 24.07.1995 stellte der Kreistag die Weichen zur Umsetzung des Sicherungskonzeptes "Königsauer Moos". Als 1. Tranche konnte der Landkreis als Maßnahmeträger in den Jahren 1995/96 mit Unterstützung des Bayer. Umweltministeriums und des Amtes für Ländliche Entwicklung Wiesenbrüterflächen in einer Größenordnung von ca. 50 Hektar erwerben (Gesamtkosten: 1,6 Mio. DM / Landkreisanteil: 450.000 DM = 28%).

In einer 2. Umsetzungsphase von 2002 - 2006 hat der Landkreis mit Fördermitteln des Bayerischen Naturschutzfonds (Fördersatz 75%) weitere rd. 60 Hektar Wiesenbrüter- bzw. Niedermoorflächen ankaufen können (Gesamtkosten: 1,2 Mio. Euro / Landkreisanteil: 300.000 € = 25%).

Nach einer 1-jährigen Pause schloss sich mit dem BayernNetzNatur-Projekt "Lebendiges Königsauer Moos" die 3. Umsetzungsphase an. Aufgrund seiner landesweiten Bedeutung wurde das Königsauer Moos vom Bayerischen Naturschutzfonds für die Dauer von weiteren sieben Jahren (2008 - 2014) mit einem Zuschuss in Höhe von insg. 750.000 € (= 75%) gefördert. Der Eigenanteil des Landkreises betrug dabei insgesamt 250.000 € (= 25%). 

Der Grunderwerb des Landkreises im Königsauer Moos beläuft sich seit 1995 auf insgesamt rd. 173 Hektar (Stand: 07/2016).


Einrichtungen des Landkreises

Der Landkreis Dingolfing-Landau betreibt mit dem Landkreis Deggendorf ein gemeinsames Kommunalunternehmen mit den Klinikstandorten Deggendorf, Dingolfing und Landau a.d.Isar.
Beide Häuser verfügen über folgende Hauptabteilungen: Chirurgie (in Landau mit Hand- und Fußchirurgie), Innere Medizin, Anästhesie, Geburtshilfe und Gynäkologie. Als Belegabteilungen werden in Dingolfing die Abteilungen Orthopädie, HNO, in Landau Urologie geführt. Am Krankenhaus Dingolfing ist eine radiologische Praxis angesiedelt.

Der Landkreis ist Träger von zwei Senioren- und Pflegeheimen in Reisbach und Mengkofen.

Im gesamten Landkreis sorgen 31 Kindertagesstätten für optimale Betreuung der Kleinen.

Im Volksschulbereich gibt es 15 Grundschulen an 19 Standorten, von denen eine Schule privat geführt wird, und die beiden Mittelschulverbände Dingolfing und Landau mit 10 Standorten, von denen einer landkreisübergreifend ist. Insgesamt werden an den Grund- und Mittelschulen im Schuljahr 2014/15   4.941 Schüler unterrichtet.

Von zwei der drei Realschulen (2014/15: 2.157 Schüler) und von beiden Gymnasien (2014/15: 2.045 Schüler) ist der Kreis der Träger, eine Realschule ist privat.

Ebenso betreibt der Landkreis zwei Förderschulen, an denen 2014/15   352 Schüler unterrichtet wurden, und eine Berufsschule mit zwei Standorten und 2.334 Schülern im Jahr 2014/15. Des Weiteren gibt es die Lebenshilfe-Schule in Landau und die Landwirtschaftsschule Landau.


Kultur und Freizeit

Das Ferienland Dingolfing-Landau bietet eine einmalige Fülle an Freizeit- und Erholungsmöglichkeiten. Im Mittelpunkt dabei: das Fahrradparadies. An die 570 km bestens ausgeschilderter Radwege warten darauf, entdeckt zu werden. Die Palette der Strecken reicht von ebenen, für Familien geeigneten Touren bis  zu steilen Herausforderungen für Rennfahrer. Wer auf ihnen unterwegs ist, wird abwechselnd an Sonnen durchflutete Äcker vorbeifahren, durch kühle Wäldchen ebenso wie entlang von schattigen Ufern.

Einfallstore in den Landkreis sind die überregionalen Radwege entlang von Isar und Vils. Miteinander verbunden werden sie durch den Bockerlbahn-Radweg. Er folgt zwischen dem Isar- und dem Vilstal der Trasse einer ehemaligen Bahnlinie. Absolut empfehlenswert ist der „Radweg der versunkenen Schlösser“. Auf dieser knapp 68 km langen Rundfahrt begegnen die Radler lüsternen Grafen in ihren Jagdschlössern ebenso wie den Nibelungen.

Das zweite große Familienvergnügen im Ferienland Dingolfing-Landau ist das Wasser: Liebevoll gepflegte Frei- und Hallenbäder in den Gemeinden laden zum Plantschen, Rutschen und Schwimmen. Wasser erleben geht auch an den Flüssen an vielen Stellen, immer wieder laden renaturierte Abschnitte zum Verweilen am Ufer ein. Besonders zu empfehlen ist das Mäandertal bei Marklkofen, wo man hautnah sehen kann, wie sich die Vils in alter Zeit durch die Landschaft schlängelte. Dazu kommt der Vilstalsee, auf dem die Surfer und die Segler ihre Runden drehen.

Wer noch mehr Action genießen will, für den ist der Bayern-Park im idyllischen Holzland ein Muss. Rasante Looping-Achterbahnen wechseln sich mit gemütlichen Raddampferfahrten ab – ein perfekter Tag für die ganze Familie.

Ganz nebenbei ist Dingolfing-Landau ein Refugium für seltene Tiere und Pflanzen: Auf knapp 880 km² finden sich sieben Naturschutzgebiete. Das bedeutendste ist das Königsauer Moos, ein ehemaliges Niedermoor, das für den Vogelzug von Nord- über Mitteleuropa bis Afrika und wieder zurück zentrale Bedeutung besitzt.

Da verwundert es nicht, dass das Ferienland eine bedeutende Landwirtschaft besitzt. Berühmt sind vor allem die Gurken aus dem Vilstal, die sich in ganz Europa finden. Damit ist das Ferienland natürlich auch eine absolute Genussregion: Die Gastronomen können im wahrsten Sinn des Wortes aus dem Vollen schöpfen.

Die Menschen zwischen Isar und Vils, vom Gäuboden bis zum Tertiären Hügelland sind aufgeschlossen und modern, sich aber auch ihrer Traditionen bewusst. So gehört in jedes Dorf nicht nur eine Kirche, sondern auch ein Maibaum, und jedes Volksfest verzichtet nicht auf seinen festlichen Auszug von der Ortsmitte zur Festwiese und seine  traditionelle bayerische Blasmusik.

Der Landstrich selbst ist uraltes Kulturland, seit der Steinzeit durchgehend besiedelt. Schon 1000 Jahre vor Stonehenge wurden auf den Höhen über der Isar Kreisanlagen gebaut und mit Ellipsen gerechnet. Diese einzigartige Geschichte lässt sich in zwei preisgekrönten Museen in Dingolfing und Landau sowie in mehreren privaten Sammlungen hautnah erleben.

Doch auch Raum für Meditation, Besinnlichkeit und Gebet ist vorhanden: Auf mehreren Etappen führt der Pilgerweg „Stille Wege. Starke Menschen.“ durch das Ferienland. Das Besondere an ihm: Man kann ihn nur gemeinsam mit einer Gruppe unter Anleitung einer ausgebildeten Pilgerführerin begehen. Nur so entfaltet sich der Charme des Pilgerweges, der vielen Routen folgt, die ansonsten nicht begangen werden können.