Im Landkreis Dingolfing-Landau ist High-Tech seit altersher zu Hause. Vor 7000 Jahren bauten Menschen der ausgehenden Steinzeit auf die Isarhöhen in Kothingeichendorf bei Landau die älteste heute bekannte astronomische Großanlage der Welt, heute steht in Dingolfing die von amerikanischen Experten prämierte "weltbeste Automobilfabrik des Jahres 1998", das BMW-Werk.
Trotz der industriellen Dominanz charakterisiert das Etikett "Industrielandkreis" den Landkreis nur unzutreffend: Das Landschaftsbild ist geprägt vom niederbayerischen Hügelland und von grünen, weiten Tälern (Isar, Vils, Aiterach). Nummer Eins in Deutschland ist der Landkreis beim Feldgemüseanbau (Gurken, Kohl, Wirsing und Kraut), wobei bis zu 6000 polnische Saisonarbeitskräfte die Feldarbeit leisten.
Der Landkreis hat eine Fläche von 878 qkm, 91.011 Einwohner (Stand: 31.12.2010) wohnen in 15 Städten, Märkten und Gemeinden. 

Einwohnerzahlen (Stand: 31.12.2010)
Dingolfing

18.222

Eichendorf

6.434

Frontenhausen

4.408

Gottfrieding

2.091

Landau a.d.Isar

12.574

Loiching

3.546

Mamming

2.891

Marklkofen

3.659

Mengkofen

5.775

Moosthenning 

4.765

Niederviehbach

2.499

Pilsting

6.199

Reisbach

7.626

Simbach

3.583

Wallersdorf

6.739

Summe

91.011


Wirtschaftliche Struktur

Die Arbeitslosenquote im Landkreis ist mit rund 2,7 Prozent (Stand: Oktober 2010) vergleichsweise gering. Das dominierende Unternehmen im Landkreis ist das BMW-Werk in Dingolfing mit über 19.000 Beschäftigten (2010). Die Zahl der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Arbeitnehmer beträgt mehr als 43.000.

Die zehn größten Industrie- und Handwerksbetriebe mit Beschäftigungszahlen (Stand 31.12.2009) sind folgende: BMW Dingolfing, 19.067; Mann & Hummel Marklkofen, 2.455; ELDRA GmbH Landau II, 522; ELDRA GmbH Landau I, 335; Girnghuber GmbH Marklkofen, 295; Brandl Stefan Industrielackierung Mamming, 264; SAR Elektronic GmbH Dingolfing, 229; Viseon Bus GmbH Pilsting, 228; Einhell Germany AG Landau, 216; Develey Senf- und Feinkost GmbH Dingolfing, 196.

Im ländlich strukturierten Gebiet spielt die Landwirtschaft eine große Rolle. Die 2.011 landwirtschaftlichen Betriebe (1979: 4.079) konzentrieren sich vor allem auf die Schweine- und Rinderhaltung sowie auf den Weizen-, Zuckerrüben- und Gemüseanbau. Die Ernte wird direkt im Landkreis, oft durch genossenschaftliche Konservenbetriebe weiterverarbeitet.
Mit 18.233 Hektar Waldfläche (20 %) gehört der Landkreis Dingolfing-Landau zu den wald-ärmsten Landkreisen Bayerns.

Der Landkreis Dingolfing Landau zählt insgesamt 3.991 Betriebe. In 54 Betrieben mit mehr als 20 Beschäftigten wurden 2008 an 27.805 Arbeitnehmer 1.403.474 Milliarden Euro an Entgelte ausbezahlt.

Beschäftigte am Arbeitsort gesamt: 43.213

davon weiblich: 13.696
davon männlich: 29.517

davon in der Land- und Forstwirtschaft, Fischerei: 386
davon im produzierenden Gewerbe: 30.174
davon im Handel, Gastgewerbe und Verkehr: 4.905
davon in sonstiger Dienstleistung: 7.748

Beschäftigte am Wohnort: 35.108

Pendlersaldo: 8.105

Das positive Pendlersaldo ist die Differenz der Beschäftigten am Arbeitsort und der Beschäftigten am Wohnort. Das bedeutet, dass die Betriebe des Landkreis Dingolfing-Landau 8105 Personen aus anderen Landkreisen einen Arbeitsplatz bieten und gibt gleichzeitig Auskunft über die vorhandene starke Wirtschaftskraft und Arbeitsplatzsituation.

Straßenanbindung: BAB A 92 (München-Deggendorf), B20 (Burghausen-Straubing)

Schienenanbindung: München-Landshut-Plattling-Passau/Regensburg

Luftverkehr: 40 Fahrminuten zum Franz-Josef-Strauß Flughafen München
Verschiedene Verkehrslandeplätze in der Umgebung (Erreichbarkeit unter 45 min)

Sollten Sie sich für unseren Landkreis als Lebensraum, Arbeitsort oder Betriebsstandort entscheiden, bietet die Wirtschaftsförderung am Landratsamt entsprechende Hilfestellung.

Die Ansprechpartnerin im Bereich Wirtschaftsförderung:

Nadja Beutlhauser
Dipl.-Wirtschaftspsychologin (FH)
Tel.: 08731/87-129
Mail:
nadja.beutlhauser@landkreis-dingolfing-landau.de

Besuchen Sie auch gerne die Wirtschaftsinformationsseite des Landkreises:

www.wirtschaft-dingolfing-landau.de 


Naturschutz

Mit zwei Millionenprojekten hat der Landkreis in den vergangenen Jahren im Naturschutz deutliche Akzente gesetzt. Dies gilt insbesondere für das EU-LIFE-Projekt „Auen, Haiden und Quellen im unteren Isartal“ (1996 – 1999) sowie für das noch bis Ende 2012 laufende BayernNetzNatur-Projekt "Lebendiges Königsauer Moos".

Ziel des LIFE-Natur-Programms der Europäischen Union ist die Einrichtung eines europaweiten Schutzgebietes "Natura 2000". Es war eines der ersten fünf in Bayern laufenden EU-LIFE-Projekten und zugleich das erste in Niederbayern. Das 200 Hektar umfassende Projektgebiet liegt im unteren niederbayerischen Talraum des Alpenflusses Isar zwischen Landau und Mamming.

Der Landkreis Dingolfing-Landau brachte als Projektträger 20 Prozent der veranschlagten Gesamtkosten (750.000 Euro) auf. Die EU finanzierte mit 50 % den Großteil der Maßnahme, 30 % steuerte der Freistaat über den Bayerischen Naturschutzfonds bei.

Ziel des BayernNetzNatur-Projektes ist die Schaffung eines bayernweiten Biotop-verbundsystems. Es soll die Wasserspeicherfunktion des Niedermoores und den Lebensraum für wiesenbrütende Vogelarten, insbesondere den Großen Brachvogel, sichern.

Mit Beschluss vom 24.07.1995 stellte der Kreistag die Weichen zur Umsetzung des Sicherungskonzeptes "Königsauer Moos". Als 1. Tranche konnte der Landkreis als Maßnahmeträger in den Jahren 1995/96 mit Unterstützung des Bayer. Umweltministeriums und des Amtes für Ländliche Entwicklung Wiesenbrüterflächen in einer Größenordnung von ca. 50 Hektar erwerben (Gesamtkosten: 1,6 Mio. DM / Landkreisanteil: 450.000 DM = 28%).

In einer 2. Umsetzungsphase von 2002 - 2006 hat der Landkreis mit Fördermitteln des Bayerischen Naturschutzfonds (Fördersatz 75%) weitere rd. 60 Hektar Wiesenbrüter- bzw. Niedermoorflächen ankaufen können (Gesamtkosten: 1,2 Mio. Euro / Landkreisanteil: 300.000 € = 25%).

Nach einer 1-jährigen Pause schloss sich mit dem BayernNetzNatur-Projekt "Lebendiges Königsauer Moos" die 3. Umsetzungsphase an. Aufgrund seiner landesweiten Bedeutung wird das Königsauer Moos vom Bayerischen Naturschutzfonds für die Dauer von weiteren fünf Jahren (2008 - 2012) mit einem Zuschuss in Höhe von insg. 750.000 € (= 75%) gefördert. Der Eigenanteil des Landkreises beträgt dabei insgesamt 250.000 € (= 25%).

Der Grunderwerb des Landkreises im Königsauer Moos beläuft sich seit 1995 auf insgesamt rd. 155 Hektar (Stand: 11/2010).


Einrichtungen des Landkreises

Der Landkreis Dingolfing-Landau betreibt das Kreisklinikum Dingolfing-Landau als selbständiges Kommunalunternehmen mit den Krankenhäusern Dingolfing und Landau (je 125 Betten). Beide Häuser verfügen über folgende Hauptabteilungen: Chirurgie (in Landau mit Hand- und Fußchirurgie), Innere Medizin, Anästhesie, Geburtshilfe und Gynäkologie. Als Belegabteilungen werden in Dingolfing die Abteilungen Orthopädie, HNO, in Landau  Urologie  geführt. Am Krankenhaus Dingolfing ist eine radiologische Praxis angesiedelt.

Der Landkreis ist Träger von zwei Senioren- und Pflegeheimen in Reisbach und Mengkofen.

Im gesamten Landkreis sorgen 31 Kindertagesstätten für optimale Betreuung der Kleinen.

Im Volksschulbereich werden an 23 Schulen (12 Grundschulen, 1 Hauptschule, 7 Mittelschulen und 3 Volksschulen) im laufenden  Schuljahr 5331 Kinder unterrichtet.

Der Landkreis ist Träger von zwei Realschulen mit rd. 1.437 Schülern, zwei Gymnasien mit rd. 2.458 Schülern, zwei Förderschulen mit rd. 319 Schülern sowie zwei Berufsschulen mit rd. 2.433 Schülern (Schuljahr 2009/2010).


Kultur und Freizeit

Der Ferienland Dingolfing-Landau bietet seinen Gästen und Besuchern einen hohen Freizeit- und Erholungswert. Ein touristischer Schwerpunkt ist der Fahrradtourismus durch besonders familienfreundliche Radwege an Isar-, Vils- und dem Bockerlbahnradweg.
Zusätzlich bietet das Naherholungsgebiet Mittleres Vilstal mit den drei Gemeinden Frontenhausen, Marklkofen und Reisbach Erholung und Freizeit rund um den Vilstalsee.
Im Bayernpark erwarten die Besucher die neuesten Fahrgeschäfte und Attraktionen auf einer Fläche von 400.000 qm.
Das Freizeitbad Caprima in Dingolfing sorgt für ganzjährige Badefreuden

Der Landkreis Dingolfing-Landau richtete 1989 eine eigene Kreisarchäologie ein. Die Palette der ausgegrabenen Exponate reicht von der ältesten Zeichnung Bayerns - eine auf einem Stück Stoßzahn eingeritzte Abbildung eines Mammuts - über das aus kupferzeitlichen Gräbern stammende älteste Gold Deutschlands (2400 v. Christus). Bei Aufhausen wurde die mittlerweile berühmte Venusfigur gefunden, die ca. 6.000 Jahre alt ist. Die Kultplätze in Kothingeichendorf und Meisternthal haben europäischen Rang und entstanden 2.500 Jahre vor Stonehenge.
Das Niederbayerische Archäologiemuseum in Landau, ein Zweigmuseum der prähistorischen Staatssammlung in München, zeigt die Exponate aus der Region. Als erstes volldigitalisiertes Museum und Schwerpunkt für experimentelle Archäologie erhielt es 1997 den Europäischen Museumspreis.
Der wirtschaftliche Aufschwung der Region hängt stark mit dem Auto zusammen. Die Firma Glas und Lohr begann 1908 in Dingolfing mit der Produktion von Sämaschinen und fertigte 1955 mit dem legendären Goggomobil das erste Auto in Dingolfing. 1967 übernahm die BMW AG das Werk und baute Dingolfing zu seinem größten Produktionsstandort aus. Diesem Thema, sowie der Stadtgeschichte und Archäologie widmet sich seit 2008 das Museum Dingolfing. In einem geschlossenen mittelalterlichen Gebäudekomplex, bestehend aus Kastenhof, Pfleghof, Kasten und historischer Stadtmauer mit Stadtturm, wird die außergewöhnliche Geschichte der Stadt von den Anfängen bis hin zur
Gegenwart vermittelt. Das Museum bietet neben der festen Ausstellung auch interessante, wechselnde Exponate, sowie zahlreiche Veranstaltungen.

Das größte zusammenhängende Gurkenanbaugebiet Europas und die herausragende Bedeutung im Gemüsebau prägt die Landschaft im Ferienland Dingolfing-Landau und sorgt für feldfrische Produkte , die in der heimischen Gastronomie zu kulinarischen Genüssen verarbeitet werden.

Das BMW-Werk in Zahlen:

Gesamtgröße in Mio. qm: 2,45

Beschäftigte: rund 19.000

Auszubildende: rund 800

Fahrzeugproduktion pro Jahr: > 200.000

Automobile pro Tag (5er, 6er, 7er Baureihen, M5, M6,
Rolls-Royce Karosserie für das Werk Goodwood): bis zu 1.200